ENDE
Dienstag, 24. Oktober 2017
Silvio Dalla Torre
Chamäleon Kontrabass Soloinstrument Kontrabass? Stimmungen Spieltechniken I Spieltechniken II Spieltechniken III - Schwerer Bogen - Saiten - Technik-Elemente - Üben im Flow - Methodik / Schulen - Meinungen - Häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen

Die folgenden Fragen werden entweder häufig gestellt oder sind solche, die der Erläuterung meiner Technik und Methodik dienen. Haben Sie selbst Fragen, die in diese Rubrik aufgenommen werden sollen? Dann benutzen Sie bitte das Kontakt-
formular
! Häufig gestellte Fragen zum Thema Bassetto finden Sie hier.
Mich überzeugt die "Neue Niederländische Schule" und ich würde gerne umlernen. Ich befürchte aber, dann als Außenseiter zu gelten und keine Orchesterstelle zu bekommen.
Die Sorge, als Außenseiter zu gelten, ist sicher nicht unbegründet. Sobald man etwas anders macht als die Mehrheit, muss man mit gewissen Vorbe-
halten oder sogar Ressentiments rechnen. Schon die Schüler von Friedrich Warnecke haben Opposition zu spüren bekommen, dann aber doch erst-
klassige Orchesterpositionen einnehmen können. Es ist grundsätzlich wichtig, seine eigene musikalische Vorstellung zu realisieren, dies gilt übrigens unabhängig von der Technik.
Allerdings gilt das Mehrheits/Minderheitsprinzip nur für die innerhalb der Streicherfamile vergleichsweise kleine Kontrabassisten-Gruppe. Bezogen auf alle Streicher, sind nämlich die "traditionell" spielenden Bassisten mit leichtem Bogen und "Drei-Finger-Technik" die Ausnahme. Dies führt im Orchesteralltag nicht selten zu Missverständnissen, denn Dirigenten, Geiger, Bratscher und Cellisten wissen oft nicht um die spezifischen Probleme der Bassisten. Bei Probespielen zeigt sich mehr und mehr die Tendenz, dass an Kontrabassisten dieselben Anforderungen gestellt werden, wie an die anderen Streicher. Dies hat zur Folge, dass freie Stellen, vornehmlich Solostellen, mitunter jahrelang nicht besetzt werden, weil nicht selten keiner der Bewerber den Erwartungen entsprechen konnte.
Ich schaffe es niemals, die Hand auf drei Halbtöne auszudehnen. Wie soll das bloß funktionieren?
Also, immer wieder aufs Neue: Es ist überhaupt nicht nötig, die Hand auf eine Dauerspannung von drei Halbtönen auszudehen. Wie ein Boxer im Ring in dauernder Bewegung sein sollte, funktioniert auch die Greifhand am besten in fließender Beweglichkeit, wobei immer nur der gerade aktive Finger zu arbeiten hat und die anderen entspannen.
Wie lange dauert die Umstellung auf die Technik?
Je nach Umständen (Begabung, Fleiß, Vorerfahrung usw.) ist man nach etwa drei bis sechs Monaten in der Lage, neu erarbeitete Stücke damit zu spielen. Länger dauert die Umstellung des alten Repertoires, weil Gewohnheiten bekanntlich tief sitzen. Man muss mit ein bis zwei Jahren rechnen, bis die "alten" Automatismen durch neue ersetzt worden sind.
Ich habe relativ kleine Hände. Kann ich damit die Vier-Finger- Technik anwenden?
Ja. Zwar sind größere Hände vorteilhaft (wie auch für die traditionelle Technik), aber nicht Voraussetzung.
Gibt es den Fingersatz 1-4 für den Ganzton gar nicht mehr beim Vier-Finger-System?
Doch. Ähnlich wie bei der Cello-Technik gibt es verschiedene Lagen: die Grund-Lage, die enge und die weite Lage.
Ich benutze seit drei Monaten den schweren Bogen, kann aber immer noch kein spiccato erzeugen. Was mache ich falsch?
Gerade das spiccato-Spiel erfordert im Gegensatz zum leichten Bogen einen sehr entspannten Arm, da allein das Bogengewicht arbeiten und dabei vom Arm nur kontrolliert werden soll. Der häufigste Fehler ist zu viel Aktivität, was zum Gegenteil des gewünschten Ergebnisses führt.
Ich möchte den schweren Bogen spielen, aber die linke Hand nicht umstellen. Ist das sinnvoll?
Auf jeden Fall. Die Verwendung des schweren Bogens entlastet auch die linke Hand und ist für jedes Fingersatzsystem sinnvoll.

Muss mit dem schweren Bogen die Bogenhaltung verändert werden?
Unter Umständen "ja". Sie sollte den Gewichtsverhältnissen angepasst werden.
Wo kann ich den schweren Bogen kaufen?